Muddy Angel Run Leipzig

Am 22.09.2024 war es so weit, mein erster Muddy Angel Run. Ich hatte mich schon im Januar angemeldet. Das sollte mein erster Schlammlauf werden. Mein Gedanke war, Muddy Angel ist zum Spaß, kann schon nicht so schlimm werden. Und dann weiß ich, ob das was für mich ist. Aber wie das so ist mit Plänen, es kommt immer anders. Und so war der Muddy Angel doch nicht mein erster Schlammlauf. Aber beim Spaßfaktor hatte ich Recht.

Schlamm, Wasser, noch mehr Schlamm

Es fing ganz entspannt an nach einer geführten Erwärmung. Die Startgruppe zog sich langsam auseinander am ersten Hindernis. Ein Wasserbecken. Hier zeigt sich die Wichtigkeit der Kleiderwahl. Kurze Hosen saugen sich am wenigsten voll. Warm wird man beim Lauf von alleine. Auch das zweite Hindernis, unter einem Netz lang krabbeln war noch sehr relaxt und brachte in erster Linie Spaß.

Doch schon beim dritten Hindernis trennte sich die Spreu vom Weizen. Das erste Mal abtauchen in schlammiges Wasser. Hier wurden Freunde verflucht, die zur Anmeldung überredet hatten. Ich wette, die Mädels sind nächstes Jahr trotzdem wieder dabei. Noch einmal durch Schlamm ging es rückwärts durch das Gitterbecken. Das kannte ich schon vom Tough Mudder und konnte dieses Mal für gute Fotos posieren. Dann noch ein schneller Sprung in die Wolken.

Gitterbecken mit Schlammwasser beim Muddy Angel in Leipzig

Danach erstmal laufen, laufen, laufen, eine Wand überwinden, durch Schaum stiefeln und noch mehr laufen. Ich wurde langsam sauber und trocken.

Muddy Angel macht seinem Namen alle Ehre

Und dann kamen die richtig schlammmigen Schlammbecken. Auf allen vieren, bis zu den Ellbogen im Schlamm, ging es durch das erste Becken, liebevoll Krabbelstrecke genannt. Ich bin voll stolz auf meine Uhr. Die hat sich nicht einmal beschwert. Gleich das nächste Becken ließ mich erst einmal tief durchatmen. Die ersten Teilnehmer sind hier vielleicht wieder sauber geworden, ich startete aber am zweiten Tag und da war das Wasser voller Dreck. Und Schlamm natürlich. Ich bin rücklings unter dem Hindernis durch. „Jetzt nur nicht loslassen!“ dachte ich mir, die Hände fest um das Hindernis gekrallt. Meine Haare haben sich mit Schlamm vollgesogen. Ab da spritzte ich bei jedem Schritt Dreck um mich

Krabbelstrecke durch den Schlamm

Das war dann aber auch schon die größte Hürde. Danach gab es noch ein paar Stationen für die Balance und wieder viel Strecke zu laufen.

Rutschen und Partybecken für die Muddy Angels

Vor dem Zieleinlauf wartete noch eine Rutsche auf uns Teilnehmerinnen und ein Planschbecken mit Wasserbällen. Das hebt die Stimmung für die Fotos im Ziel.

Alles in allem ist der Muddy Angel Run eine wirklich spaßige Veranstaltung. Entsprechend sehe ich auch auf 90% der Fotos einfach nur glücklich aus. Muddy Angel 2025? Ich bin auf jeden Fall wieder mit am Start! Du hast jetzt auch Lust bekommen? Alle Infos und dein Ticket bekommst du hier: https://www.muddyangelrun.com/

Noch ein Sportblog?

Nöö, ich bin sowas von unsportlich. Aber Bewegung ist gesund. Mein Gehirn folgt den strikten Regeln von ADHS. Also keinen. Langsames gehen tut mir weh. Also gehe ich generell etwas schneller, wenn ich mich denn mal bewege. Aber ein bisschen anders als viele bin ich schon.

Kampf den Kilos

In erster Linie schreibe ich den Blog für mich, um meine Erfahrungen zu verarbeiten. Denn bereits als Kind hasste ich meine Beine. Krumm und kurz und irgendwie viel zu kräftig für meinen Körper.

In den letzten Monaten wurde es immer schlimmer. Ich trage schon immer zwei Kleidergrößen, untenrum benötige ich nämlich zwei Kleidergrößen mehr. Das hat mich immer irritiert, wenn bei Jobs mit gestellter Arbeitskleidung nach der Kleidergröße gefragt wurde, aber da nur ein Feld war. Bin ich die einzige, die deutlich größere Hosen als Shirts benötigt?

Ich versuchte es mit Bewegung. Da ich wie gesagt alles andere als sportlich bin, war zügiges Gehen immer die Sportart meiner Wahl. Ich habe das Wandern für mich wieder entdeckt. 30 bis 50 Kilometer dürfen es dabei gerne immer sein. Doch auch im Alltag versuche ich die meisten Strecken zu Fuß zurück zu legen.

Dem Lipödem davon laufen

Seit 2024 ist jeder Schritt ein Kampf. Ich laufe immer wie gegen einen Widerstand. In den letzten Monaten wurden die Beine immer schwerer. Waren es anfangs die ersten 100 Schritte, die schwer fielen, sind es nun die ersten 1000. Danach bin ich warm gelaufen und es wird leichter. Leichter, aber nicht leicht.

Im August 2025 dann endlich die Diagnose: Lipödem. Davon werden die Beine nicht leichter, aber es hilft, einen Namen zu haben für die Schwierigkeiten. Einer genauen Diagnose kann man den Kampf ansagen. Also heißt es jetzt dem Lipödem davon laufen. Mal mehr, mal weniger gut.

Was wird euch also erwarten?

Ich bin viel und gerne sportlich unterwegs. Sportlich bedeutet bei mir vieles:

  • Ich erledige vieles zu Fuß
  • Ich laufe leidenschaftlich gerne, wenn auch nicht besonders gut
  • Ich gehe gerne wandern
  • Ich nehme an Wanderevents teil
  • Und Thema Events, ich liebe Hindernissläufe durch reichlich Schlamm

PS:

Habt bitte Geduld mit mir. Ich muss mich noch immer durchwursteln und verstehen, welche schier unendlichen Möglichkeiten sich mir hier gerade auftun.